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Kantonales Radroutenkonzept

Der Obwaldner Kantonsrat hat 1996 ein „Kantonales Radroutenkonzept Obwalden“ verabschiedet. Dieses Konzept gilt nach wie vor, wurde bisher aber nicht aktualisiert.

Der Kanton Obwalden beabsichtigt die beiden Kantonsstrassen-Abschnitte Sarnen-Kägiswil–Alpnach und Sarnen–Kerns–Sand-Kt. NW als Radroutenverbindungen auszubauen. Erste Priorität soll dabei die Strecke Sarnen–Kerns erhalten.
In 2 Workshops 2009 und 2010 wurden die Bedürfnisse aller Beteiligten erfasst und über die optimale Führungsart des Veloverkehrs diskutiert. Pro Velo Unterwalden wurde  zu beiden Workshops eingeladen und wir konnten unsere Forderungen und Wünsche anbringen.
In den letzten Jahren wurde aus Ressourcengründen nicht weiter an diesen Projekten gearbeitet.
Die beiden CVP Kantonsräte Urs Keiser und Christoph Amstad haben im Juni 2014 zusammen mit 34 weiteren Kantonsräten eine Interpellation betreffend „Stand Radwegkonzept“ eingereicht. Der Regierungsrat hat in der Antwort auf die Wichtigkeit des Radwegkonzepts hingedeutet und vorgesehen das Konzept in Etappen umzusetzen.

Ende März 2015 beschloss der Regierungsrat nun die Sistierung aller Infrastrukturprojekte für Radwege. Begründung sind Sparmassnahmen.
Ende Juni 2015 orientierte Regierungsrat Paul Federer die Interpellanten sowie weitere Kantonsräte offiziell über die Sistierung. Es wurde intensiv über den Radweg Sarnen – Kerns diskutiert. Die Realisierung des Radweges vom Autobahnanschluss bis Dorfeinfahrt Kerns erweist sich aus baulicher Sicht als anspruchsvoll und kostspielig. Es wurden kostengünstigere Varianten besprochen, die jedoch alle nicht überzeugten. Aus verschiedenen Studien ist es bekannt, dass Velopendler vor allem Routen wählen, die sie auf sicherem und direktem Weg ans Ziel führen. Mit einem Radweg entlang der Kantonsstrasse kann ein viel grösseres Einzugsgebiet erschlossen werden als über die alternativen Varianten. Daher wollen die Kantonsräte an der direkten Variante festhalten. Regierungsrat Paul Federer hat versprochen, die Resultate aus dem Gespräch dem Regierungsrat zurückzumelden. Dieser werde dann entscheiden wie es weiter geht.

Im September 2015 hat die Obwaldner Regierung dem Kantonsrat aufgrund der finanziellen Situation ein umfassendes Sparpaket vorgelegt. Unter die Einsparungen fallen auch alle Infrastrukturprojekte aus dem Radroutenkonzept. Sie wurden auf unbestimmte Zeit zurückgestellt. Auf eine Anmerkung von KR Christoph Amstad wurde über eine Budgetänderung abgestimmt. Mit 24:19 Stimmen sagte der Kantonsrat im Finanzplan Ja zur Wiederaufnahme des Geldes, beim Budget für 2016 aber fehlte die nötige Mehrheit.

Im Frühjahr 2017 hat der Regierungsrat über den Antrag des Kantonsrats abgestimmt und ihn abgelehnt. Somit stehen im Moment keine Gelder für die Projektierug zur Verfügung und die Planungen sind bis auf weiteres eingestellt.

Der Kanton erhält jährlich über 2.5 Mio. Franken an LSVA-Geldern. Diese Gelder müssen gemäss Gesetzt über die Strassenverkehrssteuern zu 20 % für die Förderung des Langsamverkehrs eingesetzt werden. Der Anteil für den Langsamverkehr würde somit jährlich rund eine halbe Million Franken betragen. Dieses Geld wird aber nicht vollständig für den Langsamverkehr eingesetzt, weil der Kantonsrat mit der Bewilligung des Budgets jeweils dieser Umverteilung zustimmt. Wie das Geld schlussendlich ausgegeben wird, ist aus dem Budget nicht ersichtlich.
Die bisher erstellten Radrouten im Kanton Obwalden wurde im Zusammenhang mit dem Neubau verschiedener Nationalstrassenabschnitte vom Bund finanziert. Der Kanton Obwalden investierte somit fast nichts aus der eigenen Kasse für die Radrouten, obwohl LSVA-Gelder von jährlich einer halben Million zur Verfügung stehen würden.